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Blog Pfote today

Blog Pfote today


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Resozialisierung

Posted on May 2, 2021 at 5:50 AM

Oder die Übertragung der eigenen Verantwortung

 

 

 

Der Begriff „Resozialisierung“ wird zumeist in Verbindung mit Straftätern verwendet. Resozialisierung bedeutet nichts anderes, als eine Wiedereingliederung in das soziale Gefüge einer Gesellschaft.

 

Wie kommt man da auf die die Idee, dass Hunde einer Resozialisierung bedürfen?

 

Wer einen Hund als Straftäter sieht, weil er in unserer Welt nicht funktioniert, hat Hund nicht verstanden.

 

Egal welches hündische Verhalten wir als unerwünscht oder problematisch bezeichnen, jegliches Verhalten ist Teil der komplexen Kommunikation unserer Hunde.

 

Wir Menschen machen uns „strafbar“, wenn wir uns nicht mit der Sprache und dem natürlichen Verhalten unserer Hunde auseinander setzen. Wenn wir die ersten Anzeichen von Stress und Überforderung geflissentlich übersehen, wenn wir sie für ihre Warnungen maßregeln und ihnen all ihre Kommunikation abtrainieren wollen.

 

Jegliches Verhalten haben unsere Hunde mit ihren Menschen gelernt. Menschen, die ihre Hunde nicht führen und ihnen kein Wegweiser sind, überlassen die Hunde sich selbst. Die Hunde übernehmen mitunter den Schutz für Haus und Hof und auch für ihre Menschen. Nicht selten verteidigen diese Hunde alle Ressourcen wie Futter, Bett, Spielzeug und vieles mehr. In der Fachwelt wird dies Futteraggression oder Ressourcenaggression genannt und bedarf einer „Behandlung“.

 

Hier prallen abermals die zwei unterschiedlichen Welten von Hund und Mensch aufeinander. Was wir als Aggression und somit als Fehlverhalten bezeichnen, ist für unsere Hunde normales Verhalten.

 

Wurde dieses Verhalten des Hundes anfangs noch als süß oder große Hundeliebe bezeichnet, hört die Begeisterung nach dem ersten Angriff auf. Die körperlichen Wunden heilen schnell, die seelischen aber bleiben. Man ist von dem eigenen Hund tief enttäuscht und braucht eine Pause. Der Hund soll resozialisiert und die Verantwortung abgegeben werden.

 

Bei Google wird nach Hilfe gesucht und schnell findet man das Passende: auf unzähligen Seiten werden Resozialisierungsangebote für Hunde angepriesen. Die Kosten sind häufig astronomisch hoch und die Versprechungen auch.

 

In ihrer Verzweiflung gehen viele HundehalterInnen diesen Schritt und bringen ihren Hund wochenlang zur Resozialisierung.

Jeder von uns erlebt es tagtäglich. Kaum ist der eigene Hund fernab seines Reviers, zeigt er ein ganz anderes Verhalten. Der zuhause aggressive Hund ist lammfromm, sobald man draußen um die Ecke biegt.

 

Ein neutraler Mensch auf neutralem Boden wird zunächst misstrauisch beäugt und abgecheckt. Wird alles richtig gemacht, kann der Hund schnell ein neues Verhalten erlernen, auch Respekt dem neuen Menschen gegenüber. Allerdings ist dieses neue Verhalten mit dem neuen Menschen und Ort verknüpft.

 

Einen Hund der gelernt hat, Menschen durch Aggression auf Distanz zu halten, der gelernt hat nicht hören wollende Menschen durch einen Biß Respekt einzuflößen, kann man dieses Verhalten nicht abtrainieren.

Man kann den Hunden im Rahmen dieser Resozialisierung lediglich ein alternatives Verhalten aufzeigen, kann den Hunden lernen, dass sie mit Aggression keinen Erfolg mehr haben werden.

 

Nachdem der Hund über einen nicht näher definierten Zeitraum sein altes Verhalten nicht mehr gezeigt hat, gilt die Resozialisierung als erfolgreich abgeschlossen und der große Tag steht an.

 

Voller Freude wird der Hund nach dem Resozialisierungsprogramm abgeholt und mit dem Halter steht eine ausgiebige Besprechung an. Dem Menschen wird von den Fortschritten berichtet und die erlernte „Resozialisierung“ wird vorgeführt. Hochmotiviert wird anschließend die Heimreise angetreten.

 

Die anfängliche Begeisterung schwindet, sobald Zuhause nach wenigen Tagen oder Wochen erneut Probleme auftreten und der Hund nach und nach in sein altes Verhalten zurückfällt.

Die Erklärung für dieses Phänomen ist ganz einfach: der Hund hatte sich geändert, hat ein alternatives Verhalten gelernt, der (sein) Mensch aber nicht. Der Mensch zeigt immer noch sein altes Verhalten, seine Gefühle und Emotionen. Der Mensch ist wie er immer war: lieb, nett, freundlich, aufgeregt, unsicher oder ängstlich aber keine Führungspersönlichkeit.

Wenn man eine dauerhafte und nachhaltige Veränderung des Verhaltens der Hunde erreichen möchte, muss man die Probleme dort angehen, wo sie entstehen. Im Umfeld von Mensch und Hund. Hier müssen die Ursachen für die Verhaltensauffälligkeiten gefunden und Lösungswege erarbeitet werden. Während meiner langjährigen Tätigkeit habe ich sehr oft die Erfahrung gemacht, dass manchmal kleine Veränderungen im alltäglichen Ablauf eine große Wirkung haben, auf Mensch und Hund!

 

Einen Hund muss und kann man nicht in das soziale Gefüge einer Gesellschaft einfügen. Im Gegensatz zu Straftätern sind Hunde bereits soziale Wesen, die nichts Unrechtes getan haben, die gegen keinen Pargraphen der menschlichen Gesetze verstoßen haben. Sie sind keine Menschen!

 

Der Mensch hat es versäumt, Regeln aufzustellen und Grenzen zu setzen, die für ein funktionierendes Zusammenleben unerlässlich sind.

Stattdessen wurden die Hunde mit Liebe überschüttet und mit Emotionen erdrückt.

 

Unsere Hunde brauchen Menschen die Verlässlichkeit ausstrahlen und Verantwortung übernehmen, für sich selbst und für ihre Hunde.

 

Jeder Hund steht und fällt mit seinem Menschen. Entwickelt sich ein Hund zum „Problemhund“ muss der Mensch ins Bootcamp, denn der Hund macht nichts falsch, er spricht nur hündisch! Wie auch sonst soll er sich mitteilen?

 

Eines muss den Menschen bewusst sein: auch in einem ehemaligen und vermeintlich resozialisierten „Problemhund“ schlummert immer noch ein „Problemhund“, der jederzeit in sein altes Verhalten zurückfallen kann. Diese Hunde brauchen eine dauerhafte konsequente Führung und eine strikte Einhaltung der neuen Regeln. Dies gilt auch für die Menschen.

 

Beziehungen sind niemals eine Einbahnstraße und Hunde keine programmierbaren Wesen.

 

"Erst wenn der Mensch sich ändert! ändert sich auch sein Hund!


Wollen Hunde wirklich erzogen werden?

Posted on April 25, 2021 at 5:35 AM

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und hoffe, dass Ihnen auch mein zweites Buch "Hunde wollen nicht erzogen werden" gefällt und ich den ein oder anderen Anstoß geben kann, um Ihre Beziehung zu Ihrem Hund auf neue "Beine" stellen zu können.

 

Wenn wir die Fehler nicht nur bei unseren Hunden suchen, sondern auch uns hinterfragen, kann das Abenteuer "Erst wenn der Mensch sich ändert" beginnen.

 

Hunde sind der Spiegel ihrer Menschen. Sehen wir die sich zunehmenden Probleme in der Mensch Hund Beziehung sollten wir uns dringend fragen, was in unserem Umgang mit unseren Hunde schief gelaufen ist. Müssen Hunde wirklich "erzogen" werden oder sollten wir unser Verständnis von Hunden nicht dringend überdenken?

 

Diese Frage stellt sich wenn wir beobachten, wie Hund und Mensch fast schon aneinander verzweifeln, weil sie mit all den Methoden oder Trainings nicht zurechtkommen, weil häufig an der Natur der Hunde vorbeitrainiert und erzogen wird.

 

Wenn wir erkennen, dass es der Mensch ist, der sich ändern muss, werden wir schnell feststellen, dass Hunde nicht erzogen werden wollen und sich häufig dagegen wehren - auf ihre hündische Art und Weise. Wir nennen es Problemverhalten!

 

Ihre

 

Marion Höft


Beschreibung des Buches "Hunde wollen nicht erzogen werden"

Menschen lassen sich vieles einfallen, um Hunde zu erziehen und sie an uns Menschen und unsere Lebensweise anzupassen. Bei allen Methoden oder Trainingsprogrammen wird aber häufig die Individualität eines Hundes übersehen und seine Stärken, Schwächen und auch Kompetenzen werden meist nicht berücksichtigt. Hierin findet sich meist die Ursache vieler Probleme, an deren sichtbaren Symptomen sich viele Menschen abarbeiten. Übersehen wird dabei, dass Hund nicht gleich Hund ist und jeder Hund auch seine Eigenarten in sich trägt. Anstatt den Hunden alles hündische abtrainieren zu wollen, sollten wir Menschen wieder lernen, das Lebewesen Hund zu akzeptieren, all seine natürlichen Verhaltensweisen zu respektieren und lernen, mit diesen umzugehen. Beziehungen sind niemals eine Einbahnstraße und es ist an uns Menschen, unseren Hunden zu helfen, in unserer, für sie fremden Welt, zurechtkommen zu können. Erziehung bedarf es dazu nicht, sondern eine Persönlichkeit, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist und die Führung durch eine klare innere Haltung übernimmt.

 

 

 

 


Neuerscheinung - Das neue Buch von Marion Höft

Posted on April 6, 2021 at 1:05 PM

Ab sofort ist das zweite Buch von Marion Höft - Hunde wollen nicht erzogen werden - im Buchhandel erhältlich!



Mensch und Hund

Posted on March 9, 2021 at 8:30 AM

Gefangen in einer fremden Welt!

 

 

Was ist nur mit uns Menschen geschehen, warum fürchten wir uns davor eigene Entscheidungen zu treffen, für unser Handeln die Verantwortung zu übernehmen und unser eigenes Leben zu leben?

 

Als es noch kein Internet und kein Social Media gab, lebten die Menschen so wie sie es für richtig hielten. Es wurde angeschafft was man wirklich brauchte, es wurden Entscheidungen getroffen und dafür gerade gestanden, es wurde sein eigenes Leben gelebt.

 

Für die Kinder brauchte es keine Supernanny und keine Bespaßungsparks. Es gab Regeln und Grenzen ebenso wie Liebe und Zuwendung. Kinder brauchten keine Hunde als Spielkameraden, sie hatten echte Freunde und Freude an der Natur.

 

Hunde wurden als Hunde gesehen und auch dementsprechend beschäftigt. Sie waren Wächter, Jäger oder halfen bei der Viehherde. Über die Fütterung hat man sich keine Gedanken gemacht, sie bekamen was übrig blieb! Viele Menschen und auch die Hunde blieben fit bis ins hohe Alter.

 

Heute überlassen wir die Verantwortung Google, Facebook und Co. Alles wird gegoogelt oder in entsprechenden Gruppen ausführlich diskutiert: Erziehung, Ernährung, Beschäftigung von Mensch und Hund.

Mit einem Klick ist alles parat.

 

Wir Menschen sind abgetaucht in eine Welt, die uns unsere Entscheidungen abnimmt, die immer eine Antwort auf alle Fragen hat und in der unsere Freunde sind - immer online, immer auf Empfang, immer woanders.

 

Die Wirklichkeit wird durch Selfies für die Cyberwelt festgehalten, fernab unseres Auges, fernab unserer Wahrnehmung. Über jeden Kommentar der vermeintlichen 3000 Freunde freut man sich. Und doch ist man allein, allein in der Realität.

 

In diese Welt zwingen wir unsere Hunde. Was die Erziehung betrifft wird Google bemüht. Klappen die dort empfohlenen Trainingsprogramme nicht, wird ausführlich bei Facebook diskutiert. Ob all die Tipps und Tricks sinnvoll sind, wird nicht hinterfragt. Nur keine Verantwortung übernehmen!

 

Das Internet übernimmt für uns das Denken und Nachdenken. Was dort geschrieben steht ist Gesetz und wird befolgt.

 

 

Stürzt das Smartphone ab oder ist der Empfang gestört, sind viele Menschen hilflos wie kleine Kinder. Kein Google oder Facebook kann helfen, man ist auf sich allein gestellt in einer Welt die fremd geworden ist. Man ist plötzlich gezwungen, Entscheidungen zu treffen und fühlt sich hoffnungslos überfordert.

 

Ich erlebe es häufig bei meinen Seminaren oder Vorträgen, wenn ich die TeilnehmerInnen bitte, die Handys auszuschalten. Das Entsetzen könnte kaum größer sein!

 

Wie passen unsere Hunde in diese Welt, in eine Welt in der für das Hier und Jetzt kein Platz ist?

Nicht von ungefähr steigt die Zahl der „Problemhunde“, nicht von ungefähr finden sich immer mehr Hunde in dieser für sie völlig fremden Welt nicht zurecht. Der Mensch ist physisch aber nicht mehr emotional anwesend.

Hunde sollen unsere kälter gewordene Welt ein wenig erwärmen, uns zum Lachen bringen und da sein, wenn wir jemanden brauchen. Und sie sollen Ruhe geben, wenn wir in die andere Welt abtauchen.

 

Wie können wir uns anmaßen mit Hunden zurechtkommen zu können, wenn wir kaum noch mit uns selber zurechtkommen? Wir verkleiden uns für schöne Bilder, Lachen obwohl uns nicht zum Lachen ist und nehmen uns selbst und unsere wahren Bedürfnisse kaum noch wahr.

 

Wir versuchen unser Glück zu kaufen. Kaufen Klamotten, Schmuck, Handys, Autos und und und. Sobald der kurze Rausch des käuflichen Glücks vorbei ist, wird weiter geshoppt in der Hoffnung, dass das große Glück doch käuflich ist.

 

Auch unseren Hunden wollen wir ihr Glück kaufen. Spielzeug, Betten, Kleidung, die zehnte Leine oder das teuerste Futter vom anderen Ende der Welt. Wie wenig es für das wahre Hundeglück aber braucht nehmen wir nicht wahr, vor den wirklichen Bedürfnissen unserer Hunde verschließen wir uns. Im Internet steht schließlich etwas anderes.

 

Wir halten es kaum noch mit uns aus, ziehen rastlos von einem Ort zum anderen, immer auf der Suche. Wir können kaum noch in ganzen Sätzen sprechen aber verlangen von unseren Hunden, dass sie uns verstehen. OMG!

 

Wir sind gestresst und überfordert in einer Welt, in der für Individuen kein Platz ist, in der Eigenständigkeit und Eigenverantwortung nicht gewollt und nicht gewünscht ist. Wir leben in einer Welt, die jeden und alles fremdbestimmt, einer Welt in der andere den Mainstream vorgeben. Eine Welt, in der für Andersdenkende und Andershandelnde kein Platz ist. Eine Welt, die keine Außenseiter duldet.

 

Wer der Masse nicht folgt, wird beschimpft und beleidigt. Wer seine eigenen Entscheidungen trifft bekommt die dunkle Seite der neuen Welt zu spüren. Im Schutz der Anonymität kommen sie heraus: all die Hater und Neider die ihren Frust an denen rauslassen, die ihren eigenen Weg gehen und nicht der Meinung der Mehrheit folgen.

 

Diese Welt macht es Mensch und Hund nicht leicht. Getrieben von Klicks und Likes zwingt man sich immer neue Höchstleistungen ab um die Erwartungen der Anderen zu erfüllen. Perfekt muss Mensch und Hund sein, was und wie auch immer das sein soll.

 

Und dann kommt der Tag an dem nichts mehr geht:

 

Die Hunde beißen um sich, der Mensch bricht zusammen.

 

Es ist an der Zeit mal innezuhalten und sich zu fragen, ob es das ist was wir wirklich wollen, ob wir wirklich das Leben der anderen leben wollen, ob wir wirklich nicht mehr selber denken und entscheiden wollen? Wollen wir wirklich die Entscheidung für unser Leben anderen überlassen wollen?

 

Unsere Hunde können uns helfen, wieder zurückzufinden in ein Leben im Hier und Jetzt, zurückzufinden in eine Welt die realer nicht sein kann. Sie können uns lehren, den Stecker zu ziehen und den Augenblick zu genießen. Sie können uns zeigen wie wenig es zum großen Glück braucht:

 

die wunderbare Zumutung selbst denken zu dürfen (NZZ)

 

 

©Marion Höft

Das neue Buch von Marion Höft

Posted on March 2, 2021 at 5:10 AM

Das zweite Buch von Marion Höft mit dem ARBEITSTITEL "Elli - Souveränität braucht kein Kommando" wird in Kürze in allen Buchhandlungen erhältlich sein!

Den endgütliten Titel des neuen Buches geben wir direkt nach der Veröffentlichung bekannt!


Danke Elli!

Posted on February 2, 2021 at 7:55 AM

Wenn Hunde älter werden, können wir einige Veränderungen feststellen. Ihr Gang wird langsamer, die Aufmerksamkeit verringert sich und auch die einstigen so scharfen Sinne lassen allmählich nach. Auch die äußerlichen Veränderungen kann man irgendwann nicht mehr leugnen, das Fell wird grau und der Blick müde.

 

Hinzu kommen körperliche Einschränkungen, der Körper baut ab und die Muskeln verlieren ihre Kraft. Bei vielen Hunden tritt eine Inkontinenz auf, die einige Menschen an ihre Grenzen bringt. Der teure Teppichboden wird ruiniert und so manche Urinpfütze sprengt den Holzboden. Viele Tierärzte berichten, dass so manche Hundehalter*innen das einstige Familienmitglied gerne „erlösen“ möchten. Man muss sich fragen, von was?

 

Beobachten wir unsere alt gewordenen Freunde können wir feststellen, dass sie eventuell nicht mehr die fittesten aber doch die weisesten Hunde sind, sie sparen sich ihre Energien für die wichtigen Dinge auf. Sie nehmen nicht mehr jede Herausforderung an, sondern gehen Konflikten vermehrt aus dem Weg. Sportliche Aktivitäten stehen nicht mehr auf der Tagesordnung, lieber wird ausgiebig geruht um Ressourcen zu schonen.

 

Gassi gehen ist immer noch eine große Sache, nur nicht mehr so weit und es wird mehr geschnüffelt, wenn der Körper neue Kräfte sammeln muss. Haben alte Hunde keine Freude mehr am Leben, leiden sie an ihrer Inkontinenz oder ihren nachlassenden Kräften? Sicher nicht. Sie leben und das immer noch gerne, nur eben anders. Ruhiger, gelassener und entspannter.

 

Für uns Menschen kann ein weiser Hund eine Chance sein. Die Chance aus seinem hektischen Alltag zwischendrin mal auszusteigen und innezuhalten, um gemeinsam mit seinem ergrauten Hund den Moment zu genießen.

 

Sie sind die Chance für uns, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen und an den kleinen Dingen freuen zu können. Sie zeigen uns, dass es zum Leben nicht viel braucht, dass man Zufriedenheit nur in sich selbst finden kann, indem man akzeptiert was ist und Frieden schließt mit dem was war.

 

Auf dem Foto ist meine Elli zu sehen, Alter unbekannt. Elli hat mich lange Zeit in meiner Arbeit unterstützt, sie war die beste Assistenzhündin die ich mir vorstellen konnte. So manchen ungehobelten Rüpel hat sie mit ihrer klaren Kommunikation in die Schranken gewiesen und vielen Menschen gelehrt, wie Hunde kommunizieren. Klar, eindeutig und manchmal auch kompromisslos.

 

Das Alter ist Elli nun deutlich anzusehen. Sie baut merklich ab und die Inkontinenz macht auch vor ihr nicht halt. Sie hat kein Problem damit und wir auch nicht. Die Teppiche haben wir entsorgt und die Pfützen wischen wir weg.

 

Sie darf das, was viele Menschen nicht mehr können: in Würde alt werden, alt sein und jeden Tag so verbringen, wie sie es möchte - in aller Ruhe. Ohne Hektik oder Stress, mit gutem Futter und viel Streicheleinheiten. Regelmäßig besuchen wir unsere Tierärztin, damit sie auch medizinisch gut betreut durch das Alter begleitet wird.

 

Elli war ein guter Lehrmeister. Eine Hündin die kein Problem hat, dass so manches nicht mehr so gut funktioniert. Sie lebt im Hier und Jetzt, akzeptiert sich wie sie ist und geht ihren Weg so, wie sie ihn gehen muss - klar, eindeutig und manchmal auch kompromisslos. Das ist ihr Weg. Der Weg einer Herdenschutzhündin, die das Überleben viele Jahre in einem Canile gelernt hat.

 

Elli ist nicht alt, Elli ist weise!

 

Diesen Artikel habe ich im Frühjahr 2019 meiner Elli gewidmet.

 

Doch auch Elli hat die Lebensenergie verlassen und wir mussten den Weg des Abschiednehmens beschreiten und sie über die Regenbogenbrücke gehen lassen.

 

Elli hat mich mehr gelehrt, als alle Bücher oder Experten zusammen es jemals könnten und dafür bin ich unendlich dankbar. Sie hat mich gelehrt, dass Hunde nicht erzogen sondern geführt werden wollen und dass es nicht viel mehr als Achtsamkeit und Respekt gegenüber der Einzigartigkeit eines jeden Wesens für ein gemeinsamen Glück braucht.

 

Ich wünschte dass viele Menschen ihren Blickwinkel ändern und erkennen, dass Hunde die großartigsten Lehrmeister sein können. Dazu braucht es nur ein wenig Mut. Mut, sich aus alten Schablonen zu lösen und seinen eigenen Weg zu gehen.

 

Danke Elli für alles, was du mir gegeben hast! Erzogen habe ich dich nie und doch, oder gerade deswegen, warst du MEIN „Hundetrainer“!

 

Auch wenn wir Angst vor dem Sterben haben, sollten wir niemals vergessen wie schön das Leben ist - auch das lehren uns unsere Hunde.

 

Glück ist eine Entscheidung - Angst aber auch!

 

R.I.P. Elli

 

©️Marion Höft


Irgendwann kommt der Hund den man braucht!

Posted on January 13, 2021 at 5:10 AM

Wir Menschen lieben Hunde und für viele ist ein Leben ohne Hund undenkbar. Auswahlmöglichkeiten für den passenden Hund gibt es viele: im Internet, beim Züchter, im Tierheim oder dem Tierschutz.

 

Ist der „perfekte“ Hund gefunden, ist die Liebe groß und es wird ewige Treue geschworen.

 

Doch schnell stellt man fest, dass sich die Liebe recht einseitig entwickelt. Der Hund will nicht gehorchen, zerbeißt das Mobilar und dann geschieht das Unerwartete: der Hund schnappt nach dem Menschen, der ihn so sehr liebt.

 

Die große Liebe ist innerhalb kurzer Zeit zerrüttet und man entscheidet sich für eine Trennung. Der Hund muß weg!

 

Warum? Weil wir nicht sehen wollen. All diese Hunde, wir nennen sie Problemhunde, zeigen uns unsere Schwächen auf.

Wir sind es, die versagt haben. Wir sind es, die Fehler gemacht haben. Wir sind es, die nicht sehen wollten. Wir sind es, die es sich zu einfach machen. Wir sind es, die zu schwach sind!

 

Einen schwierigen Hund zu haben eröffnet uns eine völlig neue Welt. Dieser Hund zwingt uns dazu, uns selbst zu überdenken und an uns zu arbeiten. Haben wir aus einem Hund einen „Problemhund“ gemacht, müssen wir uns fragen was wir falsch gemacht haben und nicht die Fehler beim Hund suchen.

 

Diese Hunde zeigen uns schonungslos unsere Defizite auf, auf eine Art und Weise wie sie ehrlicher nicht sein kann.

Problematische Hunde zwingen uns, mit uns selber ins Gericht zu gehen und uns zu hinterfragen.

Hunde lesen uns wie in einem offenen Buch. Jede Schwäche oder auch Unsicherheit wird erkannt und ausgenutzt. Nur wer authentisch ist und aufrecht seinen Weg geht, wird in der Hundewelt bestehen. Schauspieler und Möchtegerns werden schnell durchschaut.

Hunde halten uns den Spiegel vor, und was wir dort zu sehen bekommen, gefällt nicht jedem.

 

Einfacher ist es, diesen aufrichtigen Lehrer aus seinem Leben zu entfernen. Lieber bleiben wir in dem Hamsterrad gefangen, das uns zum von außen suggerierten Glück treiben soll.

 

Dass man mit einem Hund nicht zurechtkommt, passt nicht in eine erfolgsorientierte Welt.

Dass ein „dummer Hund“ unser wahrhaftiger Lehrmeister sein kann wird ausgeblendet.

Schließlich lassen wir nur die Menschheit als intelligent gelten.

 

Nein, in diesen Spiegel wollen wir nicht sehen. Zu groß ist die Angst vor der Wahrheit. Der Wahrheit dass wir schwach sind, der Wahrheit, dass wir mit uns selber nicht zurechtkommen. Der Wahrheit dass alles nur Fassade ist. Der Wahrheit dass wir Fehler gemacht haben.

 

Nein, der Hund ist schuld. Der Hund ist aggressiv und muss weg, und zwar sofort! Weil wir nicht ertragen, was dieser Lehrer uns zu sagen hätte.

 

Wir haben Angst vor uns selber, Angst die Wahrheit zu hören, Angst in unsere Seele zu blicken.

 

Lieber verpassen wir die Chance, diese Herausforderung anzunehmen. Wir verpassen aufzuräumen was aufzuräumen ist. Wir verpassen, uns aus dem Korsett der Gesellschaft zu befreien und unser eigenes Leben zu leben.

Wir verpassen es zu leben!

 

Genau das hätte uns dieser „Problemhund“ gelehrt: Sei DU und lebe DEIN Leben!

 

Stattdessen wählen wir den vermeintlich leichtesten Weg: wir stellen uns unseren Schwächen nicht, weigern uns an diesen zu arbeiten oder gar diese zu akzeptieren.

 

Den Spiegel entsorgen wir, im Tierheim oder starten seine Hunde–

Karriere als Wanderpokal . Hauptsache es bleibt alles wie es immer war. Wir Menschen sind schließlich perfekt!

 

Machen wir uns bewusst, dass Hunde schonungslos ehrlich sind, ehrlicher als viele unserer Freunde. Hunde sind es auch, die uns auf den richtigen Weg bringen können, auf den Weg zu uns.

 

Wenn ein Hund sein Verhalten ändert, müssen wir zuerst uns hinterfragen. Wir müssen bereit sein zu lernen und Schwächen zuzugeben. Nichts und niemand ist perfekt!

 

Sind wir dazu bereit, steht der „großen Liebe“ zwischen Mensch und Hund nichts mehr im Weg.

 

Erst wenn der Mensch sich ändert, ändern sich unsere Hunde!

 

 

Marion Höft


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