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Marion Höft

Hundetrainerin - Problemhundtherapeutin - Autorin

Hundetraining, Hundeschule, Seminare und Coaching für Mensch und Hund

Pfote today

Der Blog von

Marion Höft

Die eine Lösung

07.10.2021

Text zum Bearbeiten anklicken. Im Blog-Baustein können Sie informative Beiträge mit Ihren Besuchern teilen. Verwenden Sie die grüne „+/-“-Schaltfläche, um weitere Beiträge hinzuzufügen.

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Hundetrainerin Marion Höft

Marion Höft

Resozialisierung

Resozialisierung oder die Übertragung der Verantwortung

02.05.201

Der Begriff „Resozialisierung“ wird zumeist in Verbindung mit Straftätern verwendet. Resozialisierung bedeutet nichts anderes, als eine Wiedereingliederung in das soziale Gefüge einer Gesellschaft.

Wie kommt man da auf die die Idee, dass Hunde einer Resozialisierung bedürfen?

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Hundetrainerin Marion Höft

Marion Höft

Wollen Hunde wirklich erzogen werden?

25.03.2021

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen und hoffe, dass Ihnen auch mein zweites Buch "Hunde wollen nicht erzogen werden" gefällt und ich den ein oder anderen Anstoß geben kann, um Ihre Beziehung zu Ihrem Hund auf neue "Beine" stellen zu können.

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Hundetrainerin Marion Höft

Marion Höft

Meine Herdenschutzhunde

Mensch und Hund

09.03.2021

Gefangen in einer fremden Welt!

Was ist nur mit uns Menschen geschehen, warum fürchten wir uns davor eigene Entscheidungen zu treffen, für unser Handeln die Verantwortung zu übernehmen und unser eigenes Leben zu leben?

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Hundetrainerin Marion Höft

Marion Höft

Danke Elli

Danke Elli

02.02.2021

Wenn Hunde älter werden, können wir einige Veränderungen feststellen. Ihr Gang wird langsamer, die Aufmerksamkeit verringert sich und auch die einstigen so scharfen Sinne lassen allmählich nach. Auch die äußerlichen Veränderungen kann man irgendwann nicht mehr leugnen, das Fell wird grau und der Blick müde.

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Blog Pfote today


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Welchen Wert haben unsere Hunde?

Posted on December 16, 2020 at 10:55 AM

Meine vergangenen Besuche in verschiedenen Tierheim haben mich wieder mal zum Nachdenken bewegt, warum so viele Hunde dort landen.

 

Ein Hund ist heutzutage leicht zu erwerben. Abends aufs Sofa gesetzt, Computer mit dem Internet verbinden und die Shoppingtour kann starten.

 

Auf unzähligen Seiten werden Hunde aller Rassen, Größen und jeden Alters angepriesen und mit Texten versehen, die jedes Herz erweichen lassen.

 

Natürlich will man helfen und die arme Seele, die bereits auf ihrem "gepackten Köfferchen" sitzt, von ihrem Leid erlösen.

Von den Risiken und Nebenwirkungen ist meist wenig bis nichts zu finden. Werden Mischlinge angeboten, kann über die dort versteckten Rassen nur spekuliert werden. Ist auch nicht so wichtig, wenn große Augen aus dem Bildschirm direkt in unser Herz schauen.

 

Schnell ist der Link zum Kauf gedrückt. Zwischenzeitlich kommt jemand zur Vorkontrolle. Das Haus wurde aufgehübscht, natürlich ist man Hundeerfahren und die Liebe riesengroß.

 

Alles klar, die Lieferung kann kommen. Schnell stellt sich aber heraus, dass die Lieferung nicht dem Angebot entspricht. Der Hund ist weder dankbar noch zuckersüß. Er hat Angst vor Männern und das Wort stubenrein ist ihm unbekannt. Kinder sind ihm suspekt und bei der Fütterung schaltet der Hund auf Angriff um.

 

Schnell setzt bei dem rettenden Menschen die Ernüchterung und eine tiefe Enttäuschung ein.

 

Der Verkäufer wird kontaktiert und wüst beschimpft. Man solle den Köter am besten sofort abholen, ansonsten wird er im Tierheim abgegeben. Ende der Durchsage!

 

Manche Vereine nehmen diese „fehlerhaften“ Hunde zurück und begeben sich auf eine manchmal lange Suche nach einem neuen Zuhause oder alternativ eine Pflegestelle. Manche Hunde werden über eine lange Zeit herumgereicht, von Mensch zu Mensch. Zeit mit diesen Hunden zu arbeiten, sie auf ein Leben bei uns vorzubereiten bleibt meist kaum.

 

So ereilt immer mehr Hunden das Schicksal der Heimreise.Sie werden in ihr Ursprungsland zurückgebracht, in ein Shelter oder auch wieder in die Tötung.

 

Wenn diese Hunde „viel Glück“ haben, bekommen sie einen der mittlerweile stark begrenzten Plätze in einem Tierheim.Eingesperrt und verwahrt auf wenige Quadratmeter.

 

Wer sagt, dass es den Hunden in deutschen Tierheimen besser gehe, als in einem ausländischen, macht es sich zu leicht. Und so mancher redet sich sein schlechtes Gewissen schön. Man hat doch gerettet!

 

Die Hunde bekommen regelmäßig ihr fressen, und sonst? Der Sozialpartner Mensch hat dort keine Zeit, um sich um jeden Hund kümmern zu können. Die Gelder der Tierheime sind knapp und viele können nur aufgrund ehrenamtlicher HelferInnen überleben. Diese Menschen gehen mit den Hunden einmal am Tag raus. Zuwendung, Training, die Hunde fit für die Vermittlung zu machen? Keine Zeit!

 

Die körperlichen Grundbedürfnisse der Hunde werden erfüllt, aber die Psyche der Hunde leidet. Sie stehen unter Dauerstress, eingesperrt und sich selbst überlassen. Artgerecht ist das nicht.

 

Was hat sich geändert?

 

In einer Zeit ohne Internet musste man sich mit dem Thema Hund auseinandersetzen. Die Menschen gingen zum Nachbarn bei dem es einen Wurf Mischlinge gab oder zum Züchter und wurden von diesem noch beraten. Die Menschen waren gezwungen, sich Gedanken über ein Leben mit Hund zu machen.

 

Die große Verunsicherung mittels Dr. Google oder Fernseherziehungsshows gab es noch nicht und die Menschen vertrauten noch auf ihre Instinkte und ihren gesunden Menschenverstand.

 

Auch wurden Hunde nicht leichtfertig an irgendjemanden gegeben. Man war sich des Lebewesens Hund bewusst und wusste dieses noch zu schätzen.

 

Sicher gab es auch Ausnahmen, doch hielten sich diese in Grenzen. Wer seinen Hund ausgesetzt hat, hat einen Shitstorm am eigenen Leib erlebt. Nicht unter dem Schutz der Anonymität in einer virtuellen Welt sondern in der Realität.

 

Die Anonymität unserer heutigen Lebensweise macht es uns leicht einen Hund zu entsorgen, wenn er nicht mehr gefällt oder sein Verhalten Mühe macht.

 

Auch hier in Deutschland besteht dringender Handlungsbedarf was den Tierschutz anbelangt. Tausende Hunde werden jedes Jahr ausgesetzt, im Wald an einen Baum ohne Verpflegung angebunden oder bei der Fahrt in den verdienten Urlaub an einer Raststätte „vergessen“.

 

Tierheime, Gnadenhöfe und private Pflegestellen sind voll, die Kapazitäten sind erschöpft.

 

Hunde sind Lebewesen denen man mit Respekt begegnen muss, die nicht immer nur lieb und verschmust sind. Damals wie heute brauchen Hunde verantwortungsvolle Menschen, die diesen wunderbaren Wesen Wertschätzung entgegenbringen und ihnen eine echte Chance geben.

 

Auch wenn das Onlineangebot schier unendlich ist sind Hunde keine Ware, die man mal eben shoppt und bei Nichtgefallen zurückgeben kann.

 

Liebe und ein Helfersyndrom reichen bei weitem nicht aus, um einen Hund gerecht werden zu können.

 

Tierschutz ist Verantwortung - von allen Seiten!

 

Und Wertschätzung? Kein Platz in dieser Wegwerfgesellschaft!

 

Auch bei mir gehen fast täglich Hilferufe ein, ob ich nicht noch einen Platz frei habe. Nein, den habe ich nicht. Ich habe bereits fünf Hunde aus dem Tierschutz aufgenommen, zwei davon waren s.g. Rückläufer denen die Einschläferung aufgrund von Verhaltensproblemen drohte.

 

An dieser Stelle möchte ich allen Menschen danken, die ihre Freizeit opfern um all diesen Hunden ein klein wenig zu helfen, ihnen etwas Zuwendung zukommen lassen. Die ehrenamtlich auch über ihre Grenzen gehen,um zu helfen und denen häufig auch etwas nicht entgegengebracht wird: Wertschätzung!

 

Ohne diese vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, wäre dieses System „Tierschutz“ bereits kollabiert.

 

©️Marion Höft

Ehrlichkeit?

Posted on November 27, 2020 at 12:50 AM

Was wird den Hundeliebhaber*innen nicht alles eingeredet. Jeder Hund braucht nur ein wenig Training, viel Liebe und Geduld. Auslandshunde wünschen sich nichts mehr als ein warmes Körbchen oder aktuell kommt eine 7 Tage Erfolgsmethode auf den Markt, die einen auf Kommando perfekt funktionierenden Hund verspricht. Mit Ehrlichkeit hat dies wenig zu tun, die Realität erzählt uns etwas ganz anderes.

 

Besonders wer einen „gebrauchten Hund“ aufnimmt, muß sich über die Risiken und Nebenwirkungen im Klaren sein. Viele dieser Hunde haben das Überleben fernab von Menschen gelernt. Sie in unser, für sie vollkommenes fremdes Leben, zu integrieren, kann eine ungeahnte Herausforderung sein. Viele Menschen scheitern an dieser Aufgabe, weil sie falschen Versprechungen gefolgt sind oder an universelle Trainingsmethoden geglaubt haben.

 

Von vielen dieser Hunde ist meist nichts bekannt. Man weiß nicht wo sie aufgewachsen sind, was sie erlebt haben und schon gar nicht, welche Strategien sie für sich gelernt haben, um überleben zu können. So manche Straßenhunde wehren sich vehement gegen ihre Rettung und es braucht Tage, um sie einfangen zu können. Welche Geschichte diese Hunde mitbringen und warum sie vor Menschen flüchten, wird ihr Geheimnis bleiben.

 

Die Wissenschaft hat uns die enorme Bedeutung der Präge- und Sozialisierungsphasen erklärt. Während dieser Zeit können Hunde negative Erfahrungen z.B. Misshandlungen gemacht haben, die sich tief in ihrem Inneren verankert haben. Hier kann eine Bewegung, ein Wort, ein Geräusch u.v.m. genügen, um einen Angriff „aus dem Nichts“ auszulösen.

Nicht zu unterschätzen sind diejenigen, die Hunde vom Welpenalter an durch streng getaktete Sozialisierungsprogramme laufen lassen. Diese Hunde sollen innerhalb von 12 Wochen alles lernen, was der Mensch als sinnvoll erachtet. Viele dieser Hunde aber werden dabei am Hund vorbei sozialisiert.

 

Damit all diese besonderen Hunde eine echte Chance haben, um in ihrem neuen Leben ankommen zu können, gibt es in der Tat eine Erfolgsmethode. Bei diesen Hunden muss der Mensch lernen, mit den Eigenarten des Hundes umzugehen. Manchmal kann man auch nur akzeptieren, dass dieser Hund ist wie er ist, dass er niemals den Vorgaben aller Experten oder der eigenen Wunschvorstellung entsprechen wird.

 

Seien wir bereit zu sehen was ist und befreien uns von dem, was wir glauben sollen. Dann ist der Weg für ein Zusammenleben geebnet. Auch wenn es nicht immer den Idealvorstellungen der Anderen entspricht, kann es doch perfekt sein. Weil Mensch und Hund sich arrangiert und akzeptiert haben - so wie sie sind.

 

Wenn sich weiterhin vor der Wahrheit gedrückt wird, wird das Leid vieler Hunde weitergehen. Sie werden weiterhin ihrer Freiheit beraubt, in enge Boxen gezwängt um auf eine Reise ins Unbekannte zu gehen um an Orten abgegeben zu werden, die sie hoffnungslos überfordern.

 

Immer mehr Hunde werden sich in Tierheimen wiederfinden, eingesperrt in enge Zwinger und ohne große Chance, diesen Ort jemals wieder verlassen zu können.

Und für viele dieser Hunde wird ihre Rettung weiterhin ganz anders enden. Sie werden eingeschläfert, weil sich in Tierheimen oder anderen Organisationen kaum noch Platz findet für all die außer Kontrolle geratenen und somit nicht vermittelbaren Hunde.

 

Man kann und muß nicht jeden Hund retten. Ein Straßenhund ist nicht zwingend unglücklich, nur weil er auf der Straße lebt. Es kommt immer auf die jeweilige Situation an. Retten ja, aber zuerst mit Verstand und dann mit Herz.

 

Gestehen wir uns ein, dass auch wir Menschen an unsere Grenzen kommen können. Dass wir nicht für alles eine Lösung haben und schon gar nicht die Naturgesetze außer Kraft setzen können. Ist ein genetischer Defekt die Ursache für die Verhaltensauffälligkeiten, werden selbst die schmackhaftesten Leckerlies oder das lauteste Kommando nicht für Abhilfe sorgen können.

 

Ein altes Sprichwort sagt: was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Dies gilt auch heute noch.

 

Deprivationsschäden sind weder trainierbar noch therapierbar. Sie bleiben ein Leben lang - bei Mensch und Hund. Es sind die natürlichen Grenzen des Machbaren.

 

Die Ehrlichkeit dies zu thematisieren, vermisse ich in der Hundewelt 2.0. Es ist eine Welt, die auf Gleichheit setzt und übersieht, dass Hund nicht gleich Hund ist. Dass jeder Hund individuell ist und manche auch speziell sind. Manche Hunde sind fernab jeglicher Norm und werden es auch immer sein. Sie werden immer etwas Besonderes sein und daher auch besondere Menschen brauchen. Sie brauchen Persönlichkeiten, die um Hunde wissen und standhaft bleiben wenn die Außenwelt meint, alles besser zu wissen.

 

Machen wir uns ehrlich und überdenken unsere Vorstellungen von perfekten und funktionierenden Hunden. Glauben wir nicht nicht allen Empfehlungen, die jemand empfohlen hat weil irgendwer meint, etwas empfehlen zu können.

 

Wagen wir wieder mehr Ehrlichkeit und befreien uns von dem durch außen auferlegten Stress. Es wäre ein Segen für Mensch und Hund und eine gute Grundlage, um einen gemeinsamen Weg finden zu können. Es ist der Weg, den kein anderer kennen kann. Es ist IHR Weg!

 

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Karl Lagerfeld „Persönlichkeit fängt dort an, wo der Vergleich aufhört“.

 

Hören wir auf, uns und unsere Hunde mit anderen zu vergleichen (müssen)!

 

©️Marion Höft

Darf der Hund ins Menschenbett?

Posted on November 16, 2020 at 11:30 AM

Diese Frage entzweit HundehalterInnen und Hundehalter und die Diskussionen werden teilweise emotional und kontrovers geführt.

 

Warum eigentlich?

 

Gerne wird angeführt, dass Hunde erhöhte Positionen ausnutzen, um die Herrschaft über Haus und Hof zu übernehmen.

 

Hier möchte ich anmerken, dass kein Hund bestrebt ist, die Weltherrschaft zu übernehmen, im Gegenteil. Die meisten Hunde wären mit dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert.

 

Brenzlig wird es nur, wenn der Mensch es versäumt hat die „Eigentumsverhältnisse“ zu klären.

Ein Bett, die Couch oder alles andere sind für Hunde in erster Linie Ressourcen, die im Zweifelsfall auch energisch gegen Konkurrenten (dies kann durchaus auch der Mensch sein) verteidigt werden. Ein gutes Beispiel hierfür sind Hunde, die ihr Spielzeug nicht mehr dem Menschen überlassen. Sie laufen damit weg oder zeigen ihren Menschen zähnefletschend, was sie von einer „Besitzaufgabe“ halten - nämlich nichts!

 

Häufig bitten HundehalterInnen um Unterstützung, weil Couch oder Bett vom Hund besetzt werden und er diese auch gegenüber seine Menschen energisch verteidigt.

 

Grundsätzlich gilt in der Welt der Hunde: worauf ich meine Pfote, mein edles Haupt oder meinen Astralkörper ablege, gehört mir. Diskussionen hierüber erübrigen sich, diese gibt es aus Hundesicht nicht.

Daher ist es auch meist sinnlos, den Hund zu bitten Couch oder Bett wieder seinen Menschen zu überlassen. Erstmal gilt: meins ist meins!

 

Ein weiters Problem welches häufig entsteht ist, dass zwar Herrchen oder Frauchen ins Bett dürfen, Partner oder Partnerin aber nicht. Diese werden unmissverständlich davon abgehalten, sich dem Bett auch nur zu nähern. Wird diese Warnung nicht beachtet, kommt es mitunter auch zu Angriffen.

 

Viele HundehalterInnen haben ihren Hunden gelernt, auf Kommando den ausgewählten Liegeplatz zu verlassen. Dies hat zur Folge, dass sich die Hunde immer wieder auf die begehrten Plätze legen und immer wieder weggeschickt werden müssen. Dass Bett, Couch oder sonstiges Mobilar dem Menschen gehört und dieser bestimmt, wer wann diese Ressource benutzt, haben sie aber nicht gelernt.

 

Damit es zuhause zu keinen Auseinandersetzungen um die Ressourcen kommt, ist es wichtig den Hunden von Anfang an zu lernen, dass alles, wirklich alles dem Menschen gehört. Hunde brauchen klare Regeln und Grenzen. Nur so können sie sich an die vom Menschen aufgestellten „Spielregeln“ halten.

 

Ist die Ressourcenverteilung geklärt und von den Hunden akzeptiert, ist es vollkommen egal ob der Hund mit im Menschenbett liegt oder nicht.

 

Ob dies hygienisch ist oder nicht, muss jeder für sich selbst beantworten. Auch die Frage, wie häufig die Bettwäsche gewechselt wird oder werden muss, muss jeder für sich selbst entscheiden.

 

Manchmal aber ist dieses Zusammenliegen, das Teilen dieser Ressource und die gemeinsame Ruhezeit mehr wert, als alle angebotenen Beschäftigungsprogramme zusammen!

 

Und ja, meine Hunde dürfen ins Bett, wenn sie vorher „fragen“ und auf meine Erlaubnis warten. Ich gebe zu, dass es mitunter recht eng wird aber ich möchte diese besondere Nähe zu meinen Hunden nicht missen. Wenn Schlafenszeit ist, müssen sie den warmen Liegeplatz aber wieder mir überlassen.

 

 

Marion Höft

Die grosse allgemeine Verunsicherung

Posted on October 29, 2020 at 1:50 PM

Viel wird geschrieben und noch mehr erzählt. Jeder weiß etwas anderes, jeder empfiehlt eine andere Methode und die Wissenschaft überrascht mit immer neuen Erkenntnissen über die Funktionsweisen der Hunde.

 

Hinzu kommt der Onlinehundemarkt. Auf vielen verschiedenen Seiten werden Hunde mit den rührendsten Beschreibungen angepriesen. Bello leidet so sehr, die kleine Luna wird gemobbt und muss vor den anderen bösen Hunden gerettet werden, Fiffi sucht dringend ein warmes Körbchen oder die süße Maya sitzt auf einem gepackten Köfferchen. Die allermeisten Hunde werden als lieb beschrieben, die noch nie Auffälligkeiten gezeigt haben. Mitgeliefert wird natürlich die unendliche Dankbarkeit der Hunde und das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.

 

Diese Hunde kommen zu Menschen die zwar wissen wen sie sich geholt haben, aber nicht mehr was. Dass Hunde trotz aller optischen Veränderungen immer noch Jagdraubtiere und Beutegreifer sind, stand nicht in der Beschreibung.

 

Vorab wurden zwar Ratgeber studiert die aufgezeigt haben, wie leicht es doch ist, einen Hund, egal welchen, zu trainieren und somit gefügig zu machen. Beherrscht der Hund die Grundkommandos steht er im Grundgehorsam und der Familienhund ist erschaffen. So einfach soll es sein?

 

Zusätzlich hilft die Wissenschaft den Menschen, die Funktionsweisen der Hunde zu erklären. Man erfährt wie ein Hund am besten lernt, wie sein Gehirn oder die Verdauung funktioniert. Auch hier wird das Thema Hund im Allgemeinen betrachtet und erforscht. Unberücksichtigt bleiben die Einzigartigkeiten eines jeden einzelnen Hundes. Es verwundert daher nicht, dass regelmäßig neue wissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlich werden, die die alten als überholt darstellen. Ja was denn nun?

 

Zusätzlich kommen immer neue Erziehungsmethoden auf den Markt. Die Zahl der Grundkommandos wird stetig erweitert, Click for Blick, positive Verstärkung, operante Konditionierung oder auch die berühmt berüchtigte Rütteldose. Ich habe sicher einige Methoden vergessen. Welche soll es denn nun sein? Am besten die, die am lautesten angepriesen wird. Wer schreit hat recht, oder doch nicht?

 

Neuerdings sprießen Onlinehundeschulen wie Pilze aus dem Boden. Bedient wird der Markt der digitalen Generation. Gezeigt werden einfache Übungen, die auf alle Hunde und auch ihre Menschen übertragbar sein soll. Die Versprechungen sind groß, Hauptsache Mensch ist zufrieden. Der Charakter des eigenes Hundes ist nicht so wichtig. Hund ist doch Hund, so wird es berichtet. Ist dem wirklich so?

 

 

Weiter geht es mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten. Jeder hat andere Erfahrungen, jeder sagt wie der Hund zu sein hat und so wie es gemacht wird, ist total verkehrt. Was stimmt denn jetzt nun?

 

Wenn es um den Hund geht möchte man lauthals losschreien „Leute gehts eigentlich noch“? Es sind Hunde, einfach nur Hunde.

 

Sehen wir der Realität ins Auge erkennen wir, dass etwas im Verständnis und im Umgang mit Hunden gewaltig schief läuft. Wir wissen heute so viel und doch so wenig.

 

Wir wissen wie man einen Hund trainiert, aber nicht wie man ihn führt. Wir wissen wie man einen Hund befiehlt, aber nicht wie man ihm Orientierung gibt.

 

Angefeuert von der Industrie mit den neuesten psychologischen Finessen werden Hunde zunehmend vermenschlicht und verniedlicht. Süß, kuschelig, goldig oder lieb hört man von allen Seiten. Der Mensch will es so sehen. Dass der Hund unsicher oder ängstlich ist, bereits erste Warnungen sendet oder mit der Situation überfordert ist, wird nicht gesehen. Das passt nicht ins moderne Heileweltbild.

 

Die Zahl der Tierheiminsassen oder auch die unzähligen Suchen nach einem neuen Zuhause sprechen eine deutliche Sprache und sollten uns wachrütteln. Sie zeigen uns mit aller Deutlichkeit auf, dass wir uns in Bezug auf unsere Hunde verirrt haben. Dass wir uns von immer mehr Meinungen, Erkenntnissen oder Studien haben verunsichern lassen.

 

Es braucht keine Wissenschaft um zu erkennen, dass es die eine Methode für alle nicht geben kann. Jedes Lebewesen ist anders, hat seine Stärken, Schwächen und auch Kompetenzen. Wenn man miteinander klarkommen will, gilt es diese zu erkennen und zu lernen, mit diesen umzugehen. Auch Hunde müssen gefördert und gefordert werden. Dies geht jedoch nur individuell.

 

Es braucht keine weiteren Methoden, keine vermeintlich artgerechten Hilfsmittel, oder immer neue wissenschaftliche Ratgeber. Die rasant steigende Zahl der „Problemhunde“ zeigt uns, dass wir damit krachend gescheitert sind.

 

Hunde brauchen wieder Menschen, die über einen gesunden Menschenverstand verfügen sowie das Herz am rechten Fleck haben. Sie brauchen Menschen, die authentisch sind und standhaft bleiben. Sie brauchen Menschen die sich nicht vom ersten Lüftchen verunsichern lassen, sondern ihren Weg gehen.

 

Hunde brauchen Menschen, die die rosarote Brille ablegen und bereit sind zu sehen was zu sehen ist, und nicht was andere sagen was sie sehen sollen.

 

Hören wir auf mithilfe von Ratgebern zu analysieren, was der Hund falsch macht und fangen wir an, uns die Frage zu stellen warum der Hund reagiert wie er reagiert. Diese Antwort können wir nicht googeln, die Antwort geben uns die Hunde. Jeder für sich!

 

Grundvoraussetzung für eine gute Beziehung ist eine gelungene Kommunikation. Anstatt unsere wertvolle gemeinsame Zeit damit zu vergeuden, die Hunde auf einen Truppenübungsplatz zu schleppen, um ihnen Befehle erteilen zu lernen ist es an uns, die Sprache der Hunde zu lernen. Wir müssen wieder lernen sie zu lesen und ihre wahren Bedürfnisse zu verstehen.

 

Wir müssen uns verhundlichen und nicht andersrum! Lernen wir aus alten Fehlern und haben den Mut, neue Wege zu beschreiten. Dann kommen wir der Welt unserer Hunde wieder näher. Es ist eine Welt, in der es keine Kommandos, Hilfsmittel oder Wissenschaft gibt.

 

Es ist eine Welt, die nach Präsenz und Authentizität verlangt. Es ist eine Welt, in der klar und eindeutig kommuniziert wird. Eine Welt, die keineswegs derart kompliziert ist, wie uns von allen Seiten eingeredet wird.

 

Am Ende dieses Artikels stellt sich mir eine Frage: Wie haben es Menschen und Hunde nur geschafft, gemeinsam ohne all dieses Gedöns zu überleben?

 

Vielleicht weil weniger mehr ist?

 

©Marion Höft

Hunde haben es nicht leicht

Posted on October 6, 2020 at 5:35 AM

 

Hunde haben es heutzutage nicht leicht mit uns. Obwohl wir eine Hundeliebhabernation sind, mehren sich die Probleme zwischen Mensch und Hund, kommen immer weniger Menschen mit diesen faszinierenden Wesen noch zurecht.

Was wurde und wird nicht alles erfunden, um Hunde uns und unserem modernen Leben anzupassen. Unzählige Trainingsmethoden wurden entwickelt, um Hunde in den Gehorsam zu bringen. Der Mensch befiehlt, der Hund gehorcht. Toll!

Die natürliche Art der Auslastung unserer Hunde, jagen oder wachen und schützen, passt nicht in unsere Welt und so werden Hunde in Beschäftigungskursen ausgelastet, alles artgerecht versteht sich. Der Wahnsinn treibt seine Blüten immer weiter und es wird ohne Rücksicht auf die wahren Bedürfnisse der Hunde munter drauflos ausprobiert, was ihn ermüdet. Welch Glücksgefühl für den Hund (oder doch für den Menschen), wenn er vor Erschöpfung endlich schläft. Welch ein Trugschluss. Wer z.B. auf die Idee kommt, Herdenschutzhunde am Fahrrad kilometerlang im Höchsttempo „auszulasten“, kann Hund nicht.

Der Mensch mag es gerne einfach und hier versprechen Methoden eine bequeme Lösung. Hund ist Hund und alle haben gleich zu reagieren, zu funktionieren und natürlich zu gehorchen. Ach wie herrlich einfach ist doch die Hundewelt. Welch ein Irrglaube!

Das Erwachen kommt, wenn genau dieser eine Hund nicht auf diese Methode anspringt. Anstatt dass der Mensch seine inneren Ressourcen entdeckt und selber denkt und lenkt, wird weiter munter drauflos probiert, Methode für Methode abgearbeitet. Es muss doch mal klappen, bei anderen funktioniert es doch auch!

Das Ergebnis ist immer häufiger, dass Mensch und Hund langsam aber sicher gemeinsam am Rad drehen. Leidtragende aber sind am Ende die Hunde. Sie sind es, die ein Fehlverhalten zeigen. Sie sind es, die ungehorsam sind. Sie sind es, die am Ende als gefährlich eingestuft werden und die einst liebende Familie verlassen müssen. Schuld sind immer die anderen, das war so und das bleibt so!

Trotz dieser erschreckenden Entwicklung setzt sich der Trend Training nach Methode immer weiter fort. Mit eines der häufigsten Probleme im Zusammenleben mit uns Menschen ist die s.g. Leinenaggression. Anstatt sich zu fragen, warum so viele Hunde an der Leine austicken, wird an den sichtbaren Symptomen probiert. Hunde müssen Hundekontakt aushalten und jeden Artgenossen freundlich begrüßen. Der Mensch will es so und der Hund hat sich dieser menschlichen Anforderung unterzuordnen. Basta! Wen interessiert da schon, dass dies nicht dem natürlichen Verhalten der Hunde entspricht?

Beobachtet man so manche Menschen beim Gassi erkennt man meist sehr schnell, wer eine Leinenaggression zeigt und hat dann sogleich die Ursache für das Verhalten des Hundes gefunden, es ist das andere Ende der Leine. Stimmt nicht meinen Sie? Dann muß die Frage erlaubt sein, warum Hundebegegnungen ohne Leine meist problemlos klappen.

Warum Hunde „problematisch“ werden?

Weil wir krampfhaft versuchen, Hunde uns anzupassen. Weil wir ihnen alles hündische abtrainieren und wegerziehen wollen. Weil wir Hunde nicht mehr als Hunde wahrnehmen und sie immer weiter vermenschlichen. Weil wir in ihr Verhalten und ihren Ausdruck menschliche Emotionen hineininterpretieren. Weil wir uns nicht die Mühe machen, ihre Kommunikation und ihre wahren Bedürfnisse zu verstehen. Weil wir nicht akzeptieren können oder wollen, dass Hunde immer noch Jagdraubtiere und Beutegreifer sind, egal wie niedlich sie mittlerweile aussehen.

Dass wir mit all diesen Methoden, Systemen oder wie auch immer man diese ultimativen Lösungen auch bezeichnen mag, an unsere Grenzen gekommen sind, sollte mittlerweile angekommen sein.

Hören wir auf, Hunde uns anpassen und unterordnen zu wollen. Sehen wir Hunde wieder als das was sie sind und nicht als das, was wir gerne hätten.

Es ist an uns vor allem unsere Erwartungen anzupassen. Wir sollten von unserem hohen Thron herabsteigen und uns unseren Hunden annähern. Dann können wir ihnen auf Augenhöhe begegnen.

Man kann andere nicht ändern, nur sich selbst. Dies gilt auch für unsere Hunde. Eine kleine Änderung im eigenen Verhalten kann eine große Veränderung im Verhalten unserer Hunde bewirken.

Wir leben in einer komplexen Welt, die meint dass es auch komplexe Lösungen für alle Probleme braucht. Dass es manchmal ganz einfach sein kann, passt nicht in dieses Denken. Vielleicht ist es an der Zeit umzudenken.

Hören wir auf, uns und unsere Hund durch die viel zu hohen Anforderungen und Erwartungen, meist der Anderen, zu überfordern. Nichts und niemand ist perfekt, Mensch wie Hund. Perfekt ist es, wenn es für Sie passt - auch wenn es herrlich unperfekt ist!

„Erst wenn der Mensch sich ändert“ haben Hunde eine wirkliche Chance, in unserer Welt bestehen zu können.

©️Marion Höft

(Grund)Kommandos

Posted on September 17, 2020 at 5:10 AM

Bereits 400 vor Chr. wurde das erste Hundelehrbuch der Geschichte geschrieben. Dort ist zu lesen, dass man den Hunden knappe und eindeutige Befehle erteilen solle. Allerdings ist überliefert dass der Verfasser, der griechische Feldherr Xenophon, selbst an seiner Meinung gescheitert ist und sein Hund konsequent alle Befehle ignoriert hat.

Bemerkenswert ist dass bereits dort angemahnt wurde, dass man das Wesen des Hundes und seine Bedürfnisse bei der Erziehung berücksichtigt muss.

Laut Duden ist der Begriff Kommando ein kurzer, militärisch festgelegter Befehl. Der Begriff ist seit dem Jahr 1600 im deutschen bezeugt.

Gleichzusetzen ist dieser Begriff mit Befehl und Gehorsam. Der Vorgesetzte befiehlt und die Rekruten müssen gehorchen, sofort und ohne Diskussion.

Beobachtet man manche Hundehalter und Hundehalterinnen, so kann man durchaus den Eindruck bekommen, sich auf einem Truppenübungsplatz zu befinden.

Es wird geschrien und kommandiert, allerdings mit einem Unterschied: während die Soldaten bei einem „Achtung“ des Vorgesetzten stramm stehen, denkt Fiffi nicht daran bei einem lauten und knackigen „Sitz! sich hinzusetzen. Im Gegenteil, Fiffi schnüffelt rechts und links oder setzt seine Duftmarken an jedem Baum ab.

Manch ein/e Hundehalter/in denkt: mit einem Sack voller Leckerlies muss Befehl und Gehorsam funktionieren, verfressen ist Fiffi ja. Nachdem Fiffi aber nicht im Ansatz daran denkt, seinem Menschen auch nur eines Blickes zu würdigen, wird der Ton verschärft. HIERHER!!! schallt es aus dem Menschenmund und man fürchtet, dass die gesamte Nachbarschaft erscheint - außer Fiffi!

Fiffi fühlt sich nicht angesprochen und jagt lieber dem nächsten Hasen hinterher.

Das wohlriechende Leckerlie in der Hand jagt der Mensch hinter Fiffi her und schreit weiter: Fiffi hierher, hiiiieeeer!

Hat der Mensch genug mit Fiffi geübt und damit die Sinnhaftigkeit der Befolgung eines Befehls mittels Bestechung beigebracht, ist schon die nächste Kuriosität zu beobachten:

Der Mensch kommandiert und Fiffi sitzt oder macht Platz wie es ihm der Mensch müßig antrainiert hat. Währenddessen schaut Fiffi erwartungsvoll auf seine Bezahlung, schnappt diese, steht auf und geht wieder seiner Wege. So verhält es sich auch bei allen anderen erteilten Kommandos. Der Befehl wird ausgeführt, die Bestechung kassiert um dann zu wuffen „ich bin dann mal weg“!

An diesem Verhalten zeigt sich, dass Kommandos immer nur situativ wirken aber keine Probleme lösen können. Man kann einem Hund nicht befehlen seinen Menschen zu vertrauen oder keine Angst mehr zu haben.

Kann sein dass Kommandos Sinn machen, wenn man sein Land verteidigen muss oder es an Souveränität mangelt. Welche „Nichtautorität“ freut sich nicht, wenn andere auf Befehl Gehorsam zeigen. Ganze Konzerne wurden lange Zeit mit diesem System geführt. Einige Vorgesetzte haben so mit ihrer mangelnden Führungskompetenz eine ganze Belegschaft gegängelt.

Diese Befehl und die Gehorsam Mentalität wurde auch auf unsere Hunde übertragen, zu einer Zeit als man Führung noch nicht kannte. Dass es ganz andere Lebewesen sind, andere Bedürfnisse und Verhaltensweisen haben als wir Menschen, wurde dabei nicht berücksichtigt.

Im Gegenteil. Es wurde den Hundehalter*innen lange genug eingeredet, dass „Sitz, Platz und Bleib“ jeder Hund beherrschen muss. Und so wurde der Begriff „Grundkommandos“ kreiert. Über die Anzahl dieser s.g. Grundkommandos und welche es denn sein sollen, ist sich die Fachwelt allerdings nicht einig. Sucht man im Netz sind, je nach Meinung, 5 - 11 Grundkommandos zu finden.

Zwischenzeitlich hat der Mensch erkannt, dass man mit einem Miteinander weiter kommt, dass man als Team mehr erreichen kann und dass Mitarbeiter Menschen brauchen, die sie führen und motivieren.

Doch in Bezug auf unsere Hunde haben wir uns kaum weiterentwickelt. Noch immer benehmen wir uns wie in einem Kriegsgebiet und erteilen den Hunden, die der menschlichen Sprache nicht mächtig sind, lautstarke Kommandos.

Unsere Hunde haben ein sehr feines Gehör, man sage nur mal leise das magische Wort „Gassi“. Warum also Befehle im scharfen Ton schreien? Befehle mögen während einer militärischen Ausbildung oder auch in der Hundeausbildung Sinn machen, im Zusammenleben bringen diese uns kaum weiter. Vertrauen kann man nicht befehlen, weder leise noch laut.

Ein Hund der seinen Menschen keines Blickes würdigt und beim Ertönen eines Kommandos seine Ohren auf Durchzug stellt, akzeptiert seinen Menschen nicht. Hunde orientieren sich an souveränen Persönlichkeiten, freiwillig und ohne dass ein Wort von Nöten ist. Man beobachte nur einmal Hunde untereinander.

Diese Persönlichkeit stellt Regeln auf und setzt Grenzen, sie ist aus Hundesicht logisch und konsequent. Unsere Hunde spüren, wenn der Mensch Orientierung und Sicherheit ausstrahlt, die sie dringend brauchen.

Jeder von uns kann diese Persönlichkeit sein, wir haben sie alle in uns. Unsere Persönlichkeit werden wir aber nicht finden, wenn wir andere kommandieren oder dominieren. Diese innere Stärke können wir nur aus uns heraus arbeiten. Unsere Hunde können uns dabei helfen uns weiterzuentwickeln: von einem befehlenden Vorgesetzten zu einer Persönlichkeit die führt.

Bedenken wir, dass Hund nicht gleich Hund ist und jeder Hund seine Stärken, Schwächen und auch Kompetenzen hat, kommen wir unseren Hunden bereits ein großes Stück näher. Dies zu erkennen ist die Grundlage für ein harmonisches Miteinander - aber „Erst wenn der Mensch sich ändert!“

©️Marion Höft

Die Sache mit der Dominanz!

Posted on September 1, 2020 at 8:55 AM

Die Sache mit der Dominanz

Immer noch gilt der Begriff Dominanz als Inbegriff aller Probleme, seien es Verhaltensprobleme, Aggressionen oder einfach nur wenn der Hund nicht hört.

Immer wieder hören betroffene Hundehalter*innen, dass Ihr Hund dominant sei und man ihm zeigen muss wo der Hammer hängt.

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden Stachelhalsbänder, Telektakt oder auch Tritte und Schläge verwendet um den Hund zu zeigen, wer der Chef ist. Leider gibt es diese „Erziehungsmethoden“ immer noch. Respekt und Vertrauen erreicht man dadurch aber nicht. Allenfalls werden die Hunde gebrochen, nicht wenige parieren schlichtweg aus purer Angst.

Was aber ist Dominanz?

Dieses ist einfach zu erklären: Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten, was von B akzeptiert wird.

Dominanz ist immer beziehungsspezifisch und ist zeit- und situationsabhängig.

Und hier liegt die Ursache des Problems. Wir Menschen verbinden den Begriff Dominanz häufig mit Aggression, wir wollen unseren Willen auf Biegen und Brechen durchsetzen.

Ein gutes Beispiel hierfür sind die Diskussionen über die Erziehung unserer Hunde. Diese Diskussionen lassen häufig jede Sachlichkeit vermissen, jeder will seine Überzeugung durchsetzen - also Menschen mit anderer Meinung dominieren.

Auch im Berufsleben erleben wir häufig dominante Menschen, die Chefs. Sie erlassen Anweisungen und setzen diese durch, nicht selten mittels Drohungen oder Zwang. Den Mitarbeitern bleibt häufig nichts anderes übrig als sich zu unterwerfen.

Wir missbrauchen den Begriff „Dominanz„ um zu befehlen und Macht auszuüben.

Dominanz in der Welt der Hunde spielt sich ganz anders ab.

Beruhigend für Halter eines s.g. dominanten Hundes sollte sein, dass kein Hund die Weltherrschaft anstrebt. Eine gesunde Beziehung braucht Regeln innerhalb eines Handlungsspielraums. Klare Regeln und Grenzen sind keine Verschlechterung für unsere Hunde, im Gegenteil: diese schaffen Klarheit. Diese Klarheit wiederum gibt unseren Hunden die Orientierung und Sicherheit, die für eine gesunde Mensch-Hund-Beziehung essentiell ist.

Heftig wird auch darüber diskutiert, ob wir mit unseren Hunden ein klassisches Rudel bilden. Die Antwort ist ein klares Nein! Wir leben mit unseren Hunden in einem Sozialverband zusammen, in dem jemand die Regeln festlegen muss, damit das Zusammenleben funktionieren kann. Vorgesetzte werden Hunde niemals akzeptieren. Sie brauchen Menschen die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und die Führungsposition zu besetzen.

Diese Führungsposition sollte souverän, ruhig und stabil ausgeführt werden. Nur so erreichen wir, dass sich unsere Hunde freiwillig an uns orientieren. Dazu braucht es nicht viel, lediglich soziale Kompetenz sowie die Bereitschaft an sich zu arbeiten.

Mit dem krampfhaften dominieren wollen unserer Hunde hindern wir uns selber daran, die wirklichen Bedürfnisse unserer Hunde zu erkennen und sie als das zu sehen was sie sind: Hunde!

Respekt und Vertrauen kann man weder befehlen noch trainieren. Den Respekt unserer Hunde müssen wir uns erarbeiten und uns ihr Vertrauen verdienen - durch aus ihrer Sicht schlüssiges Handeln und Standfestigkeit.

Wie immer gilt: „Erst wenn der Mensch sich ändert!“

©️Marion Höft


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